Geschichte · 5 Min. Lesezeit
Das Vermächtnis von Martin Schäfer
Die erste Aufnahme von Eternal Echo war ein Gespräch mit dem Geiger Martin Schäfer. Damals ahnte niemand, was sie einmal bedeuten würde. Heute ist sie sein Vermächtnis.

Ein Nachmittag im Jahr 2023
Als ich Eternal Echo gegründet habe, wollte ich Menschen die Möglichkeit geben, ihre Geschichte selbst zu erzählen. In ihren Worten, mit ihrer Stimme. Einer der Ersten, der sich darauf eingelassen hat, war Martin Schäfer: Violinist, Lehrer, ein Mensch, der sein Leben der Musik und seinen Schülerinnen und Schülern gewidmet hat.
Wir haben über sein Leben gesprochen, über die Musik, über das, was er weitergeben wollte. Martin hat mir die Rechte an der Aufnahme schriftlich übertragen, damit sie bewahrt bleibt. Dann lag sie lange auf meinem Server. Still. Wie so viele Erinnerungen, deren Wert man im Moment nicht ermessen kann.
Dann kam die Nachricht
Nach Martins Tod begann sein Umfeld, nach Aufnahmen von ihm zu suchen. Sie fanden mich. Sein Schüler, der Geigenbauer Franco Ferloni, sah das Gespräch und war tief berührt. Er schrieb mir:
«Es ist wahrhaftig das geistige und intellektuelle Vermächtnis meines Lehrers.»
Aus dieser Aufnahme entsteht nun ein Dokumentarfilm über Martin. Seine Stimme, seine Gedanken, seine Art, über Musik zu sprechen: Sie sind nicht verloren, weil sich jemand an einem Nachmittag die Zeit genommen hat, ihm Fragen zu stellen.
Warum mich diese Geschichte nicht loslässt
Der Wert einer Stimme zeigt sich oft erst Jahre später. Wenn der Mensch nicht mehr da ist und man merkt, wie viel man ihn noch hätte fragen wollen. Martins Geschichte ist der Grund, warum es Eternal Echo heute in neuer Form gibt: einfacher, persönlicher und für jede Familie erreichbar.
Die Idee hatte ich übrigens viel früher. Bei der Abdankung meiner Grosseltern las ein Pfarrer ihren Lebenslauf vor wie eine Liste von Daten. Ich habe sie darin nicht wiedererkannt. Wer sie wirklich waren, woran sie geglaubt haben, was sie erlebt haben, das ging mit ihnen verloren. Das wollte ich ändern.
Eternal Echo in den Medien
Über die Anfänge von Eternal Echo haben Schweizer Medien berichtet:
Tages-Anzeiger · 7. Dezember 2023
Filmporträt via QR-Code auf Grabstein
Der Tages-Anzeiger porträtierte die Gründung von Eternal Echo und die Idee, Lebensgeschichten für kommende Generationen zu bewahren. Mein Satz darin gilt bis heute: «Ich will die Art verändern, wie wir Menschen in Erinnerung behalten.»
SonntagsBlick Magazin · 3. Dezember 2023
Neuer Vermächtnistrend: Er filmt Menschen am Lebensende
Der SonntagsBlick beschrieb, wie immer mehr Menschen ihre Lebensgeschichte weitergeben wollen, und begleitete mich zu Interviews. Warum mir das wichtig ist: «Damit geht viel Weisheit und Lebenserfahrung verloren.»
Seither hat sich viel verändert. Statt aufwendiger Filmdrehs führt heute ein einfühlsamer KI-Interviewer die Gespräche, bequem am Telefon. Das Prinzip ist geblieben: Jedes Wort echt. Keine geklonten Stimmen, keine erfundenen Sätze. Nur der Mensch, so wie er ist.
Eternal Echo
Lass die Fragen stellen, und hör einfach zu.
Ein einfühlsamer Interviewer ruft deine Eltern oder Grosseltern einmal pro Woche an. Aus den Gesprächen entsteht ein Erinnerungsbuch mit QR-Codes zur echten Stimme.